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Berufsbild

Definition professioneller Gesundheits- und Krankenpflege

Professionelle Gesundheits- und Krankenpflege fördert und erhält Gesundheit, beugt gesundheitlichen Schäden vor und unterstützt Menschen in der Behandlung und im Umgang mit Auswirkungen von Krankheiten und deren Therapien. Dies dient dem Ziel, für betreute Menschen die bestmöglichen Behandlungs- und Betreuungsergebnisse sowie die bestmögliche Lebensqualität in allen Phasen des Lebens bis zum Tod zu erreichen (nach Spichiger et al., 2006).


Aufgaben professioneller Gesundheits- und Krankenpflege

Nach dem Gesetz über die Berufe in der Krankenpflege (KrPflG, 2003) ergeben sich folgende Aufgaben, für die die künftigen Gesundheits- und Krankenpfleger(innen) in der Ausbildung vorbereitet werden:
  • Erhebung und Feststellung des Pflegebedarfs,
  • Planung, Organisation, Durchführung und Dokumentation der Pflege,
  • Evaluation der Pflege, Sicherung und Entwicklung der Qualität in der Pflege,
  • Beratung, Anleitung und Unterstützung von zu pflegenden Menschen und deren Bezugspersonen in ihrer individuellen Auseinandersetzung mit Gesundheit und Krankheit,
  • interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen,
  • Einleitung lebenserhaltender Sofortmaßnahmen,
  • Durchführung ärztlich veranlasster Maßnahmen,
  • Maßnahmen der medizinischen Diagnostik, Therapie und Rehabilitation
  • sowie Maßnahmen in Krisen- und Katastrophensituationen.

Merkmale professioneller Gesundheits- und Krankenpflege



Professionelle Gesundheits- und Krankenpflege…
  • richtet sich an Menschen in allen Lebensphasen, an Einzelpersonen, Familien, Gruppen und Gemeinden, an Kranke und deren Angehörige, sowie an Behinderte und Gesunde.
  • umfasst, auf einem Kontinuum, Aufgaben zur Gesundheitserhaltung und -förderung, zur Prävention, in der Geburtsvorbereitung und Geburtshilfe, bei akuten Erkrankungen, während der Rekonvaleszenz und Rehabilitation, in der Langzeitpflege sowie in der palliativen Betreuung.
  • beruht auf einer Beziehung zwischen betreuten Menschen und Pflegenden, die durch sorgende Zuwendung, Einfühlsamkeit und Anteilnahme geprägt ist. Die Beziehung erlaubt die Entfaltung von Ressourcen der Beteiligten, die Offenheit für die zur Pflege nötigen Nähe und das Festlegen gemeinsamer Ziele.
  • erfasst die Ressourcen und den Pflegebedarf der betreuten Menschen, setzt Ziele, plant Pflegeinterventionen, führt diese durch (unter Einsatz der nötigen zwischenmenschlichen und technischen Fähigkeiten) und evaluiert die Ergebnisse.
  • basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, reflektierter Erfahrung und Vorlieben der Betreuten, bezieht physische, psychische, spirituelle, lebensweltliche sowie soziokulturelle, alters- und geschlechtsbezogene Aspekte ein und berücksichtigt ethische Richtlinien.
  • umfasst klinische, pädagogische, wissenschaftliche sowie Führungsaufgaben, die ergänzend von Pflegenden mit einer Grundausbildung und solchen mit unterschiedlichen Weiterbildungen, von Generalisten(innen) und Spezialisten(innen) wahrgenommen werden.
  • erfolgt in Zusammenarbeit mit den betreuten Menschen, pflegenden Angehörigen und Mitgliedern von Assistenzberufen im multiprofessionellen Team mit Ärzten und Ärztinnen (verantwortlich für medizinische Diagnostik und Therapie) und Mitgliedern anderer Berufe im Gesundheitswesen. Dabei übernehmen Pflegende Leitungsfunktionen oder arbeiten unter der Leitung anderer. Sie sind jedoch immer für ihre eigenen Entscheide, ihr Handeln und Verhalten verantwortlich.
  • wird sowohl in Institutionen des Gesundheitswesens als auch außerhalb, überall wo Menschen leben, lernen und arbeiten, ausgeübt.

Quelle:
Spichiger E, Kesselring A, Spirig R, De Geest S, et al. (2006) Professionelle Pflege: Entwicklung und Inhalte einer Definition. Pflege 19: 45-51.

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